21.01.2016 – Frage der Beschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Im heutigen Bildungsausschuss habe ich folgende Frage gestellt und vom Senat auch auskömmlich beantwortet bekommen. Auf Twitter wurde dazu um ein Gedächtnisprotokoll gebeten. Ich versuche die Auskünfte hier zusammenzufassen. Fehler bitte in den Kommentaren bemerken.

Frage:

Wie viele schulpflichtige geflüchtete Kinder und Jugendliche befinden sich aktuell in der Wartezeit zwischen Registrierung, Gesundheitsuntersuchung und Einschulung und was versteht der Senat konkret unter „spezifischen Bildungsangeboten“, die zukünftig in Großunterkünften eingerichtet werden sollen? 

In der Antwort führte Staatssekretär Rackles zunächst zum Zustand der Wartelisten folgendes aus:

Die Bildungsverwaltung optimiert in Zusammenarbeit mit der Registrierung, den Gesundheitsbehörden und Bezirklichen Schulaufsichten Wartezeit und -schlange der geflüchteten Kinder und Jugendlichen. Derzeit sind durch verschiedene Umsteuerungen kürzere Wartezeiten zur Gesundheitsuntersuchungen von 2-3 Wochen für Betroffene zu erwarten. Die Bezirke schicken nicht mehr alle Kinder zentral nach Lichtenberg für diese Untersuchungen sondern machen es bei sich, was alles einfacher macht. Aktuell sind 2 bis 5 % der sich in Berlin ca. 7900 geflüchteten Kinder und Jugendlichen in Berlin noch nicht gesundheitsuntersucht. Bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, für die der Senat zuständig ist, sind 50% von ca. 1.800 Kinder und Jugendlichen noch nicht gesundheitsuntersucht. Sie sollen zeitnah jetzt im Januar, spätestens im Februar untersucht werden. 

Der zweite Teil der Frage bezog sich auf einen Beschluss Senates, der vermuten lässt, dass es eine Art Sonderschule für Geflüchtete geben soll. Herr Rackles führte dazu dann in etwa aus:

Besonders schwierig alle in die Regelschule zu bekommen ist es zum Beispiel in Lichtenberg weil dort nicht nur viele Geflüchtete seien sondern der Bezirk besonders stark wächst. Dort wird aber keine spezifische Bildungseinrichtung geplant. Besonders schwierig ist es außerdem an den großen Notunterkünften wie in Tempelhof. Hier wird eine solche Einrichtung als Container- und nicht Zeltlösung geplant, die eine Art Vorschule darstellen soll und nicht mal sowas wie Willkommensklassen haben soll. Das ganze läuft unter dem Namen „fit for school“, ein Programm, dass noch kommen soll und der Registrierung, Untersuchung und Einführung ins Bildungssystem dienen soll. Beschult werden soll dann in Neukölln, Tempelhof, Schöneberg und Kreuzberg an Regelschulen. Hierfür sind Kapazitäten vorhanden und wurden sogar freigehalten. Eine geschlossene Schule in Schöneberg wird nach Meinung der Bildungsverwaltung nur gebraucht wenn die Zahl der Geflüchteten in Tempelhof deutlich die 7000er Marke überschreitet. Sollte das nötig werden, wird man darauf achten, dass diese Schule einer Regelschule zugeordnet wird und möglichst viele andere Angebote am selben Standort beherbergt um Diversität und Heterogenität zu fördern. Dazu sollen dann laut Rackles VHS-Angebote und Soziale Einrichtungen gehören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.