Haarscharf recherchiert! Die Frisur ist politisch.

Der Tagesspiegel, genauer der Kollege Loy, hat die vergangene Plenarsitzung zum Anlass genommen eine Klickstrecke über … jetzt kommts … die Entwicklung meines Haupthaares zu machen. Das ganze wurde dann natürlich auch am Samstag auf dem Berlin-Titel der Zeitung veröffentlicht. Direkt neben einer Analyse über den Senator ohne besondere Kompetenzen oder Fähigkeiten Henkel.

Als Politiker freut man sich immer, wenn man wahrgenommen wird. Insbesondere wenn das – wie in meinem Fall – die politische Arbeit um den BER-Skandal, die Bildung in der Stadt oder die Hilfe für Geflüchtete betrifft. Ich persönlich lege dabei nicht so viel Wert auf eine – wenn auch gekonnte – Analyse meiner Frisur. Das ist aber Geschmackssache.

An dieser Stelle kann ich mich auch nur noch einmal für die vielen positiven Zuschriften bedanken, die dem Artikel widersprechen und es sehr wohl begrüßten, dass ich mir meine Haare abschneiden ließ. Im Übrigen ist der fragliche Vorgang schon fast zwei Jahre her.

Als Abgeordneter verstehe ich mich natürlich auch als Dienstleister für die Menschen in der Stadt, und so will ich dann auch die Wahl meiner Frisur gerne daran orientieren, was Ihnen – liebe Wählerinnen und Wähler – gefällt. Damit das ganze nun aber nicht von den besonders Lauten oder besonders Engagierten abhängt und sich die Mehrheitsmeinung nach der Zeitelite dieses Landes richtet, wie bei so vielen Bürgerbeteiligungsprozessen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle die Gelegenheit geben mir Ihre Meinung mit einem einfachen Klick kundzutun. Ganz wie „echte“ Bürgerbeteiligung eben.

Wer sich an meiner (unverbindlichen) Umfrage beteiligen möchte, folge einfach diesem Link. Ich freue mich über Ihre Meinung. Zur Auswahl stehen die vom Tagesspiegel ausgewählten Fotos von verschiedenen Entwicklungsstadien meiner Haarpracht.

Auflösung

Natürlich ist diese Umfrage nicht ernst gemeint. Auch wenn sie ernst gemeint wäre, wäre sie in etwa so verbindlich wie die vielfältigen Angebote des Landes Berlin im Rahmen der neuen Instrumente der Bürgerbeteiligung. Plattformen wie „Mein Berlin“ oder die Beteiligungsplattform zur Entwicklung des Tempelhofer Feldes sind ausschließlich genau so verbindlich wie diese Umfrage. Der Blogpost soll dazu anregen darüber nachzudenken, welche Ansprüche an Beteiligungsplattformen unbedingt angelegt werden sollten und ob es sich lohnt sich zu beteiligen, wenn einem danach von politischen Entscheiderinnen und Entscheidern das eigene Wort im Munde herumgedreht wird oder unliebsame Meinungen einfach ignoriert werden. So wie ich das hier getan hätte.

Derzeit gibt es in Berlin nur ein Instrument verbindlicher Bürgerbeteiligung, und das ist die Volksgesetzgebung. Ich fürchte, bis auf Weiteres werden weiter neue und hippe Programme Ansprüchen einer verlässlichen und wirkungsvollen Beteiligung von Menschen nicht gerecht werden. Da lohnt es sich eher auf die Straße zu gehen, sich vor das Rote Rathaus zu stellen und dem Regierenden mal ordentlich die Meinung zu geigen. Wenn man Glück hat, kommt man so zumindest in die Zeitung.

4 Antworten zu “Haarscharf recherchiert! Die Frisur ist politisch.”

  1. Alfredo Di Mauro sagt:

    Die Haarverlagerung ist gelungen 😀
    Sehr gut.

  2. Frank Egger sagt:

    Das dritte Bild ist am seriösesten. Das zweite sieht aus wie ein Schauspieler und das erste, für die Freizeit ist das in Ordnung 🙂

  3. Maximilian Blum sagt:

    Wer hat, der kann… von daher: Sollte kein Haarausdünnungsprozess in Gang sein, der manchem Herr ein jähes Ende der Haarpracht beschert, sollte es keinen Anlass geben, sich von dieser zu trennen.

  4. Christian sagt:

    Endlich ein Thema von „weltgeschichtlicher Bedeutung“

    Vergiss Kriege, Migranten,Gegen oder für Rechts, die Armut…
    NEIN, hier sieht man die Wandlung eines Menschens. (Politikers!)
    Also der Herr Martin Delius ist mir so in Erinnerung geblieben;
    http://bilder.t-online.de/b/55/81/34/08/id_55813408/425/tid_da/-rasanter-aufstieg-wie-bei-der-nsdap-piratenfraktionschef-martin-delius-griff-zum-nazi-vergleich.jpg
    auf Körpersprache achten)

    Und nun heute, Wandlung vollzogen:
    http://www.tagesspiegel.de/images/ber-untersuchungsausschuss/12310874/1-formatOriginal.jpg

    === Straight! „Profissioneller Politiker“
    Und wer einen (Voll-)Bart trägt, der hat immer etwas zu verbergen.

    Da hab ich doch mal ein ehrliches (sic! klingt unglaubwürdig, war aber wirklich so)
    FDP Mitglied mit verglichen, …da hat er nicht mehr geantwortet, obwohl ich seine
    liberale Toleranz schon etwas „beansprucht“ hatte.
    „Du, du siehst gar nicht so nach FDP aus, eher wie der Delius von den Berliner Piraten“
    (Der hatte auch so eine Frisur) 😉

    Und jetzt das….

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