Einfach mal nichts sagen

declaration-on-nothing_blogVor drei Jahren reisten drei frisch gewählte Piraten nach Island und brachten eine ganz besondere Erklärung mit. Die “Declaration on Nothing”. Es lohnt bisweilen zurückzublicken um nach vorn gehen zu können. Deshalb widme ich der Erklärung an ihrem Jubiläum einen Blogpost.

Was macht man wenn man in ein Landesparlament gewählt wird? Man informiert sich bei adäquaten Kolleginnen und Kollegen darüber welche Stolperfallen es zu beachten gilt und macht ein bisschen Urlaub. Das haben Christopher Lauer, Alexander Morlang und ich im Oktober 2011 getan. Wir flogen nach Island um die “Beste Partei” und ihren Bürgermeister Jon Gnarr zu besuchen. Die Gespräche von damals sind bis heute für mich bestimmend für die Art und Weise wie ich Politik machen möchte. Die Kontakte und Einblicke, die ich in Reykjavik gewann, sind bis heute Bestandteil meiner politischen Arbeit.

Ein Ereignis hat meine Sicht auf die Politik und die Welt nachhaltig geprägt. Vor drei Jahren kam es zur ersten dokumentierten Unterzeichnung der “Declaration on Nothing” zwischen der Besten Partei und der Delegation der Berliner Piratenfraktion. An einem Ort, an dem schon Jahrzehnte zuvor nichts erreicht worden war, haben wir uns an einen Tisch gesetzt und zelebriert, was allzu häufig Gegenstand und Ergebnis von politischen Gesprächen auf höchster Ebene ist: Nichts.

Diese ganz besondere und ganz besonders ehrliche politische Erklärung dokumentierte damals wie heute für die Unterzeichnenden den Sinn und Zweck politischer Auseinandersetzung und Einigung; Die fortwährende Betrachtung der Beweggründe des Gegenübers und der Akzeptanz unterschiedlicher politischer und persönlicher Ziele. Wir trafen uns und verstanden uns auf eine kollegiale und freundschaftliche Art und Weise und entschieden uns genau dies zu dokumentieren damit andere Menschen unsere Bewunderung für das “sich auf nichts einigen” verstehen lernen können.

Eine gemeinsame Erklärung, die nichts anderes beinhaltet, als die bloße Dokumentation eines gemeinschaftlichen Diskurses und die Absicht dies wieder zu tun, wäre für das immer zielorientierte, immer handlungsorientierte politische Establishment eine einschneidende Neurung, würde sie öfter umgesetzt.

Darum möchte ich – drei Jahre nach der ersten Unterzeichnung – alle politischen Menschen dazu aufrufen so oft wie möglich mit anderen zusammen zu treffen, sich kennen zu lernen und – so gewollt – eine “Declaration on Nothing” zu unterzeichnen.

Die Declaration on Nothing hat auch eine Webseite auf der erklärt wird was das Ganze soll. Die Seite soll heute, nach drei Jahren wiederaus der Vergessenheit auferstehen. Ich habe sie dereinst noch in einem Hotelzimmer in Reykjavik gebastelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.