Schlechte Noten besser machen


Die Berliner Morgenpost vergibt regelmäßig Kopfnoten an Politiker_innen. Kürzlich gab sie mir eine 5. Schlechter geht es kaum. Das ist okay. Damit kann ich leben. Wie die Morgenpost die Note allerdings begründet hat, ist so schlecht, dass ich einen alternativen Vorschlag für sie geschrieben habe.

Die schlechte Note 5 habe ich im Prinzip aufgrund dieser dpa-Meldung bekommen, in der ich unsere Forderung nach einer Abschaffung des so genannten Schwarzfahrerparagraphen erneuert habe.

Die Meldung ist aus einem Redaktionsgespräch entstanden, in dem ich explizit nach der Forderung gefragt wurde. Ich habe es mir also nicht ausgesucht das Thema zu setzen. Das kann die Morgenpost nicht wissen. Sie kann aber auch nicht einfach davon ausgehen. Insbesondere dann nicht wenn eine einfache google-Recherche ergeben hätte, dass die Piratenfraktion das Thema bereits im Herbst 2012 aufgegriffen hat.

Eine weitere google-Recherche hätte auch ergeben, dass das Thema der Entkriminalisierung von Schwarzfahrer_innen nichts mit dem so genannten fahrscheinlosen (nicht kostenlosen) ÖPNV zu tun hat. Genau so wie zum Beispiel beim Recherchieren herausgekommen sein sollte, dass “der Steuerzahler”, den die MoPo in ihrer Schmähkritik heranzieht, für die Umsetzung des Paragraphen ebenso – und noch mehr – aufkommt wie für die erschlichenen Leistungen in einem nicht privatisierten ÖPNV. Ich möchte allerdings an dieser Stelle nicht die inhaltlichen Argumente austauschen. Die Morgenpost hat ein Recht auf ihren Standpunkt, der die Kriminalisierung von Schwarzfahrer_innen und die enormen Kosten für uns alle durch den Paragraphen für gerechtfertigt hält.

Ich kann mit Kritik an mir selbst gut leben. Ich möchte nur darum bitten sie gut zu machen. Da das offensichtlich nicht so einfach ist, liebe Morgenpost, habe ich hier einen alternativen Formulierungsvorschlag:

Notorische Schwarzfahrer sollen nicht mehr als Straftäter verfolgt werden. Das fordern die Piraten schon lange – ohne Erfolg. Ihr Fraktionschef Martin Delius erneuert in der Sommerpause diese Forderung. Die Erneuerung der Forderung ist völlig unnötig denn die Argumente hierzu sind ausgetauscht und mit dem ebenfalls von Piraten geforderten fahrscheinlosen ÖPNV hat das Ganze auch nichts zu tun. Note 5

Ich frage mich tatsächlich auch warum der dpa diese Aussage eine Meldung wehrt war, denn sie ist ja nun wirklich nicht neu. Natürlich habe ich mich trotzdem darüber gefreut. Ich hatte bisher auch nicht vor das Thema zum Sommerlochthema zu machen aber vielleicht hat die Morgenpost recht und ich sollte das mit meiner Fraktion tun.

Eine Antwort zu “Schlechte Noten besser machen”

  1. Nun, das dürfte den Berliner Medien auch keine Sommerloch-Meldung wert sein, das eine mir bekannte Afrikanerin zu Unrecht dieses Jahr als „Schwarzfahrerin“ von der BVG behandelt wurde!
    Sie fuhr mit der bezahlten aber gekündigten ABO-Karte meines Mannes mit gutem Gewissen zu Recht!
    Die BVG hatte zwar die Karte deaktiviert, aber dennoch abgebucht, so das wir annehmen, dass die Kündigung – da zu kurzfristig – erst einen Monat später rechtskräftig werde, denn die Kündigungsbestätigung ließ auch auf sich warten, d.h. kam am „Tat – Tag“ erst an.
    Meiner Bitte, diese Daten zu löschen, damit die bis dahin unbescholdtene Afrikanerin, die auch den „erhöhten Fahrpreis“ bezahlen mußte, nicht in der Kriminalstatistik auftaucht, wurde offensichtlich nicht entsprochen!
    Nicht das Schwarzfahrergeld, sondern der Anteil unseres Abos wurde aber immerhin einen Monat später gut geschrieben!
    Ich bin sicher, dass die BVG im vergleichbaren Fall eines deutschen Fahrgastes anders vorgegangen wäre…………..

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