Keine Homöopathie an Hochschulen

Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mich derzeit intensiver mit mehr oder weniger unwissenschaftlichen Theorien in der öffentlich geförderten Wissenschaftslandschaft. Nicht wenige Institutionen, die durch öffentliche Gelder finanziert werden, betreiben teils sehr offensiv Lehre und Forschung in pseudowissenschaftlichen Bereichen. Zu den Vorkommnissen um die Steinbeis-Hochschule Berlin möchte ich ein paar grundsätzliche Worte verlieren.

In den letzten Monaten wuchs die öffentliche Kritik an den Planungen der Steinbeis-Hochschule Berlin, in Traunstein einen Bachelorstudiengang in Homöopathie zu schaffen. Diese Planungen wurden mittlerweile eingestellt, was ich sehr begrüße.

Die Homöopathie ist eine esoterische Irrlehre, die auf vorwissenschaftlichen Naturvorstellungen und einigen absurden Glaubenssätzen basiert. So zu tun, als handle es sich hier um ein naturheilkundliches Verfahren, ist irreführend und falsch.

Die moderne Naturwissenschaft versucht, durch Bildung von Theorien das Verhalten der Natur zu erklären. Naturwissenschaftliche Theorien treffen Vorhersagen, die experimentell überprüft werden können. In wissenschaftlichen Theorien die Möglichkeit enthalten, sie zu widerlegen und damit durch neue theoretische Konzepte zu erweitern oder abzulösen. Die Grundannahmen der Homöopathie sind durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse entweder bereits widerlegt oder entziehen sich einer wissenschaftliche Beurteilung einfach dadurch, dass sie sich auf ein „neues Denken“ oder ähnlich esoterische Erklärungen berufen.

Das Grundgesetz garantiert die Freiheit von Wissenschaft und Forschung (Art. 5 GG) . Diese Garantie ist aber keine Ausrede und keine Rechtfertigung, an Hochschulen Aberglauben und Scharlatanerie zu unterrichten oder gar Hochschulabschlüsse wie den Bachelor in derartigen Fächern anzubieten. Besonders problematisch ist das im Bereich der Medizin, wo es um Gesundheit und Leben von Menschen geht. Homöopathie ist kein Heilverfahren, sondern gefährlicher Unsinn. So etwas hat an Hochschulen nichts zu suchen.

Dies alles zum Anlass nehmend werde ich mich in den nächsten Wochen und Monaten intensiver mit den rechtlichen Grundlagen, den Verfahren und den Inhalten an der Steinbeis-Hochschule beschäftigen. Das Ziel meiner Bemühungen wird sein, in der Politik einen kritischeren Umgang mit unwissenschaftlichen Themen und Methoden zu fördern. Ob und inwiefern dazu zum Beispiel eine Änderung des Berliner Hochschulgesetzes angezeigt erscheint, wird noch zu klären sein. In jedem Fall wird sich die privat organisierte Akkreditierungspraxis für Studiengänge anzusehen sein. Insbesondere dann wenn in solchen Feldern keine eigene Forschungsleistung erbracht wird und der Nachweis einer akademischen Selbstverwaltung fehlt.

2 Antworten zu “Keine Homöopathie an Hochschulen”

  1. Leser sagt:

    Danke, einfach nur Danke. Betrifft mich als nicht-mal-entfernt-Berliner zwar im konkreten Fall nicht, aber das macht das Hexenwerk auch nicht weniger gefährlich. Schlimm genug, dass Homöopathie bei vergleichbarem Nutzen ein höheres Ansehen genießt als Wahrsagerei.

  2. Jacky Neiwel sagt:

    Homöophatie als gefährlich einzustufen triffts aber auch nicht auf den Punkt. Es machts normalerweise nicht schlimmer und vielen hilfts sogar. Ich hab schon mal Globoli genommen, bloß damit die Krankenschwestern mich mit ihren sinnlosen Schmerzmitteln in Ruhe ließen. Wenn man sich den Oberschenkel mit über 30 km/h ungebremst an einer Buche gebrochen hat, ist so ne super schulmedizinische dämliche Schmerztablette in ungefähr genauso sinnvoll wie ein Arnicakügelchen. Bloß bei letzterem weiß ich ganz sicher, dass nix drin ist und keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Der Pharmaindustrie Geld in Hals zu stopfen sollte man nur dann wenns sinn macht.

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