Erkenntnisse aus der Landtagswahl in Niedersachsen

Nach dem schlechten Wahlergebnis der Piraten in Niedersachsen häufen sich die Analysen und Handlungsempfehlungen. Ich möchte mich an dieser Stelle einreihen und kurz meine Erkenntnisse aus dem Wahlergebnis aufschreiben.

Erstens

Von ca. 6 Millionen Wahlberechtigten sind etwa 59% dem Aufruf zur Stimmabgabe gefolgt. Also haben etwa 3,6 Millionen Menschen gewählt. Danke von meiner Seite dafür.

Das bedeutet, dass ca. 2,5 Millionen Wahlberechtigte keinen Grund gesehen haben Ihre Stimme irgendeiner Partei oder Kandidat_in in Ihrem Wahlkreis zu geben. Das ist sehr schade und zeigt: Wir müssen uns bemühen diesen Menschen einen Grund zu liefern wieder wählen zu gehen.

Zweitens

Für die Kandidat_innen der Piratenpartei Niedersachsen haben etwa 2,1% wählenden Menschen also etwa 75000 Wahlberechtigte ihr Stimme abgegeben. Ich bedanke mich bei diesen Menschen für das Vertrauen in die Piratenpartei Niedersachsen.

Drittens

Gerundet haben also 3 550 000 Menschen keinen Grund gesehen Ihre Stimme der Piratenpartei zu geben und stattdessen eine andere Partei gewählt. Das bedeutet wir konnten Ihnen nicht erklären warum sie die Piratenpartei wählen sollten.

Unser Angebot war also für den absoluten Großteil der Wahlberechtigten im Land Niedersachsen nicht ausreichend ein Kreuz für die Partei mit dem komischen Namen zu machen.

Soweit die Fakten. Alles weitere ist Spekulation.

Ich bin entschlossen dabei zu helfen, es bei der Bundestagswahl und der kommenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus besser zu machen.

(Quelle: vorläufiges amtliches Ergebnis unter http://www.wahlrecht.de/news/2013/landtagswahl-niedersachsen-2013.html)

12 Antworten zu “Erkenntnisse aus der Landtagswahl in Niedersachsen”

  1. Oliver sagt:

    Die schreibst: „Das bedeutet wir konnten Ihnen nicht erklären warum sie die Piratenpartei wählen sollten. Soweit die Fakten.“

    Das ist kein Fakt, sondern eine Behauptung.

    Vor etlichen Jahren – irgendwann Ende der 90 – habe ich ein Interview mit Gregor Gysi im Radio gehört. Nach irgendeiner Wahl. Er beklagte auf seine gewohnte Art die Arroganz der Politiker, die nach einer Wahlniederlage immer sagen, dass ihre Botschaft dem Wähler vermittelt wurde. Sinngemäß: „Was ist, wenn die Botschaft den Wähler erreicht hat, er sie verstanden hat und er einfach nicht zustimmt!?“

  2. Jacky Neiwel sagt:

    In Berlin ist vllt. schwer nachvollziehbar, dass es in einem Flächenland an der Küste n Haufen Leute gibt, die es am Wahltag einfach zeitlich und räumlich nicht schaffen zur Wahl zu gehen. Manch einer ist auch krank und liegt verhindert in irgendwelchen Betten oder scheut den langen Weg 15 Kilometer durch die Kälte. Ich kenn wen, dessen Familie incl. ihm nur aufgrund der Distanz zum Wahllokal nicht wählen geht und andere wohnen garnicht dort wo sie gemeldet sind. Viele müssen auch an dem Sonntag arbeiten und haben auch sonst wenig Muße sich mit der Briefwahl auseinander zu setzen.

    Zu guter letzt noch ein Funfact: Der NDR hat in einer Wahlsendung am Sonntag vom morgigen Wahltag gesprochen. Das öffentlich rechtliche hier oben glänzt leider nicht grade durch unabhängige politische Aufklärung, schade drum.

    Niedersachsener profitieren momentan enorm von dem Kram den die Etablierten tun. Versucht nicht dort mitzuschwimmen, da geht ihr unter. Spätestens dann wenn es mal nackte Zahlen gibt, wie viele Milliarden aus der BRD nach hier geflossen sind um hier riesige Stätten für Windkraftbau hochzuziehen, die nichts tun, außer immer neue und größere Lager zu füllen. In 2 Jahren braucht man diese riesigen Hallen höchstens noch zur Rüstung in einem Panzerkrieg. Das scheint so gewollt, weils keine Fenster gibt.

  3. Süddeutscher Wähler sagt:

    Ist doch einfach zu erklären, was in NDS los war: hätten auch nur 0.3+ Prozent mehr Wähler ihre Stimme statt den Grünen und Roten den Orang’nen gegeben, dann wäre die scwarz-gelben heute immer noch an der Regierung in Niedersachsen.

    Nein-nein, man wählt „das kleinere Übel“ (deswegen hab ich 1971 auch schon mal der FDP die Zweitstimme „geschenkt“, damit sie über 5% erhalten und als Koalitionspartner Willie Brandt als Bundeskanzel wählen). Grund warum Die Linke unter 5% und die Piraten nur knapp 2% erhielten… das war der „harte Kern“ der niemand anders wählen würde, aber Piraten und Sympatieträger sind realpolitisch und vernünftig (zum Großteil) und haben erfolgreich schwarz-gelb rausgeschmissen, und eine Weimarer Situation vermieden (Minderheitsregerung, die nur mit Duldung kleiner Parteien eine Weile, mehr schlecht als recht, regieren könnten) indem sie für Grün oder Rot stimmten; Die dürfen jetzt einige beweisen, dass sie nicht viel besser als ihre Vorgänger regieren, und bei der nächsten Wahl in NDS werden die Piraten die enttäuschten Wählerstimmer erhalten, und bis dann wird die Piratenpartei evtl auch schon regierungs- und koalitionsfähig sein, was aber auch noch garnicht sein muss…

    Dieses Wahlergebnis ist nicht richtungsweisend für kommende Wahlen, schon garnicht für die Bndestagswahl 2013, dessen bin ich mir ziemlich sicher!

    mfpG aus dem Süden,

    —-Ian

  4. Jacky Neiwel sagt:

    Welcher Piratensyphatisant glaubt schon, dass es rot-grün besser machen könnte als schwarz mit was auch immer? Okay, nun hat schwarz gelb keine Mehrheit mehr im Bundesrat. Die ganzen Verfassungsfeindlichen Gesetzesentwürfe haben es also immerhin noch ein Stück weit schwerer.

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