Zensur von PISA-Daten – Martin Delius: Forscher müssen Ergebnisse veröffentlichen können

Laut Medienberichten verweigert die Kultusministerkonferenz dem niederländischen Forscher Jaap Dronkers, in seiner Studie deutsche PISA­-Daten  zu veröffentlichen. Die Studie befasste sich unter anderem mit dem Vergleich niederländischer und flämischer Schüler mit deutschen Schülern ohne Migrationshintergrund. Dazu sagt Martin Delius, bildungspolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

“Die Entscheidung der Kultusminister weckt Zweifel, wie groß die Motivation, die derzeitige Bildungsmisere anzugehen, wirklich ist. Eine sachliche, an Lösungen orientierte Debatte sieht anders aus. Seit Jahren arbeiten engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Konzepten für eine zukunftsfähige Bildungslandschaft im Informationszeitalter. Wir kommen der Lösung der Probleme nicht näher, indem wir Forscher daran hindern ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Entscheidung der Kultusminister nährt den Verdacht, dass hier versucht wird, politisch nicht opportune Aussagen einer Studie unter den Tisch zu kehren. Es wird höchste Zeit, dass Berlin in der Kultusministerkonfernz klar Stellung bezieht. Frau Senatorin Scheeres muss sich auch im Sinne der Berliner Schülerinnen und Schüler die ungeschönte und freie Veröffentlichung aller PISA­Daten und Forschungsergebnisse einsetzen.”

Hintergrund:

Bericht der Süddeutschen Zeitung zum Thema: “Forscher erzürnt Zensur von Pisa­Daten”

http://www.sueddeutsche.de/karriere/kultusminister­in­der­kritik­forscher­erzuernt­zensur­von­pisa­ daten­1.1270297

Hinterlasse eine Antwort