Wir machen jetzt das mit dem Reden

Vor nicht ganz einer Woche wurde unsere orangene Kandidatenliste für die Abgeordnetenhauswahl 2011 in Berlin korrekt gewählt. Wider erwarten haben sich auf der Versammlung Argumente ergeben, die dazu führten, dass der Großteil der Initiative der sieben Piraten seine Plätze auf der Liste nicht zu gunsten Anderer frei machte. Bisher.

Wie mir geht es auch anderen, die schon mit der ersten Entscheidung zur Liste nicht zufrieden waren. Die Gründe für die Unzufriedenheit sind weiterhin vorhanden und die Klage, nicht an einen gemeinsamen Wahlkampf der Liste glauben zu können und stattdessen mehr oder weniger aktive Einzelkämpfer zu bekommen, ist nicht vom Tisch.

Ich bin natürlich mit meinem 4. Platz sehr zufrieden und bedanke mich für den enormen Zuspruch. Dennoch muss ich mir wie abgesprochen 2 Wochen Bedenkzeit für eine Entscheidung über die Wahlannahme erbitten. Ich freue mich auf das morgige Kandidatentreffen in der P9 um viele Fragen zu klären. Und erwarte, dass zumindest die Listenkandidaten zugegen sein werden.

Vorab will ich dennoch ein paar Ansprüche an die Kandidaten und natürlich mich selbst skizzieren.

1. Außendarstellung

Kandidaten sind wohl neben unserem Vorstand die sichtbarsten Piraten im Landesverband. Oder sollten es sein. Für mich ist klar: Das eigene Engagement nach Außen und in den Medien macht sich nicht am Listenplatz fest sondern ist Pflicht für jeden Kandidaten. Der eigene Blog, die öffentliche Telefonnummer, Visitenkarten und das in der ersten Reihe stehen bei Demonstrationen und Veranstaltungen sind nur ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen.

Natürlich kann nicht jeder Kandidat einen perfekten Auftritt hinlegen und die meisten (einschließlich mir) haben ihre Fähigkeiten noch nicht voll ausgeschöpft. Es ist also unabdingbar, dass sich jeder oder jede Einzelne weiterbildet, übt und trainiert um im richtigen Moment glänzen zu können. Wir wissen alle, dass diese Momente nur allzu rar gesät sind. In welcher Form dies geschieht ist mir eigentlich gleich.

2. Innerparteiliches

Ich bin der Ansicht, dass wir als Kandidaten in der Piratenpartei derzeit neben den Vorständen und Beauftragten, die viele von uns zugleich sind, die Aufgabe haben innerhalb der Menge an Piraten und Interessierten um uns herum als Motivator, Ideengeber, Helfer und vor allem durch Präsenz hervortun müssen. Ich habe mich nicht aufstellen lassen und mache auch keinen Wahlkampf als Kandidaten für die PIRATEN um im stillen Kämmerlein und auf privaten Abendveranstaltungen kleinlaut meine kruden Theorien zum besten zu geben sondern um PIRATEN und Interessierte zu motivieren für orangene Politik zu kämpfen. Ich versuche meine eigenen Motivation vor mir her zu tragen. Dafür brauche ich natürlich Hilfe. Nicht nur von Mitbewerbern sondern allen Piraten.

Natürlich werde ich versuchen Piraten zu motivieren mich beim Wahlkampf und auch später im Abgeordnetenhaus zu unterstützen und eventuell gemeinsam mit anderen Kandidaten schlagkräftige Teams zusammen zu stellen. Ich erwarte, dass dies auch für die übrigen Kandidaten gilt.

3. Thematisches

Es gibt viel zu tun, lassen wir es bleiben?! Nein! Ich sehe selbst, dass mich nahezu alle Themen der PIRATEN brennend interessieren und ich auch ohne viel Fachwissen viel beitragen kann. Da dies aus offensichtlichen Gründen nicht funktioniert, beschränke ich mich auf einen bestimmten Themenkomplex.

Ich erwarte, dass alle anderen Kandidaten dies auch tun denn inhaltliche Festigkeit ist essentiell für eine glaubwürdige Vertretung der PIRATEN im Wahlkampf und darüber hinaus. Die ehrliche Aussage: „Ich interessiere mich hierfür.“ oder „Ich vertrete dieses Thema am liebsten.“ ist nicht nur wichtig für eine stressfreie Zusammenarbeit unter den Kandidaten sondern soll auch nach innen und außen dafür sorgen, dass Kandidaten ansprechbar sind aber nicht überlaufen werden wenn es um thematische Arbeit geht.

Ich denke nicht, dass wir Kandidaten neben den Aktivitäten nach Innen und Außen Zeit hat, ständig Wahlprogrammanträge zu schreiben oder an jeder inhaltlichen Diskussion teilzunehmen und verlange dies auch nicht. Allerdings erwarte ich an dieser Stelle von uns allen, dass wir lesen was die Piraten an Output generieren, die Entscheidungen mit gestalten und aktiv für unsere Themen Feedback sammeln und weitergeben.

Ich weißt dies könnte auch für jeden PIRATEN gelten, entspricht für mich aber im Besonderen dem Commitment, dass die PIRATEN von ihren Kandidaten erwarten dürfen.

„Das Thema interessiert mich nicht.“ ist in jedem Fall ein NO-GO.

Fazit

Für mich ist diese Zeit des Wahlkampfs und der Kandidatenrunden, trainings und öffentlichen Aktionen jetzt voller Spannung obwohl sie noch nicht so richtig angefangen hat. Morgen findet der erste schritt in diese Richtung statt und ich hoffe, die meisten Kandidaten können meinen Vorstellungen folgen und sich eingehend zu den eigenen Plänen und Vorstellungen äußern.

Spätestens von jetzt an heißt es für jeden von uns nicht mehr: Was die anderen sagen!

Karlmacken zum Schlendern! 🙂

 

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